Welt-AIDS-Tag

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Am 1. Dezem­ber beginnt die Weih­nachts­zeit, für viele die Zeit der Liebe. Dass an die­sem Datum Welt-AIDS-Tag ist, wird von vie­len kaum wahr­ge­nom­men. Medi­en­wirk­sa­mere Pan­de­mien wie die Schwei­ne­grippe haben die hoch­an­ste­ckende und bis­lang unheil­bare Immunschwäche-Krankheit mit Mil­lio­nen von Erkrank­ten und Toten aus dem Bewusst­sein der Men­schen ver­drängt. Seit 1988 will der Welt-AIDS-Tag zur Soli­da­ri­tät mit den Opfern auf­ru­fen und gleich­zei­tig zur Ver­ant­wor­tung und gegen das Ver­ges­sen mah­nen. Sym­bol des Welt-AIDS-Tages ist die rote Schleife.

Wie alles begann

Ent­wi­ckelt wurde die Idee eines welt­wei­ten Mahn– und Gedenk­ta­ges für AIDS-Opfer von dem Fern­seh­jour­na­lis­ten James W. Bunn aus San Fran­cisco, einer Hoch­burg der ame­ri­ka­ni­schen Gay-Bewegung. Hier hatte sich schon früh eine hohe Sen­si­bi­li­tät für die Gefahr einer HIV-Infizierung durch unge­schütz­ten Geschlechts­ver­kehr für Hetero– und Homo­se­xu­elle glei­cher­ma­ßen ent­wi­ckelt. Bunn hatte mit einem kali­for­ni­schen Fern­seh­sen­der Auf­klä­rungs­ak­tio­nen über AIDS durch­ge­führt und nutzte spä­ter seine Tätig­keit als Pres­se­mit­ar­bei­ter in der für AIDS-Kampagnen zustän­di­gen Abtei­lung bei der WHO (World Health Orga­niza­tion der Ver­ein­ten Natio­nen) in Genf, um gemein­sam mit sei­nem Kol­le­gen George Nat­ter und sei­nem Vor­ge­setz­ten Dr. Jona­than Mann den World AIDS Day aus der Taufe zu heben. Am 1. Dezem­ber 1988 rief die WHO den 1. Welt-AIDS-Tag offi­zi­ell aus, seit 1996 wird er von UNAIDS (Joi­ned United Nati­ons Pro­gramme on HIV/AIDS) welt­weit mit Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen durch­ge­führt. Erfin­der der roten Sym­bol­schleife war der New Yor­ker Künst­ler Frank C. Moore. Tra­gisch: Moore starb 2002 sel­ber mit 48 an den Fol­gen von AIDS.

Das welt­weite Motto

Das Beson­dere am Welt-AIDS-Tag ist sein wech­seln­des Motto, mit dem auf die Pan­de­mie und die Mög­lich­kei­ten ihrer Bekämp­fung hin­ge­wie­sen wer­den soll. Bis zum Jahr 2004 wur­den diese Motti von der WHO direkt ent­wi­ckelt und als all­ge­mein ver­bind­lich für die teil­neh­men­den Län­der aus­ge­ge­ben, seit­her von einem Lei­tungs­kom­mit­tee der WAC (World Aids Cam­paign) mit Sitz in Ams­ter­dam und im süd­afri­ka­ni­schen Kap­stadt. Das jewei­lige Motto bezieht sich nicht aus­schließ­lich auf den 1. Dezem­ber, son­dern steht als Leit­spruch über sämt­li­chen Akti­vi­tä­ten der Kam­pa­gne im dar­auf­fol­gen­den Jahr. In den ein­zel­nen Län­dern wird der Wort­laut den jewei­li­gen Sprach­ge­pflo­gen­hei­ten ange­passt. So wurde aus dem knap­pen “Com­mu­ni­ca­tion” von 1988 in Deutsch­land das blu­mige “Schließt euch den welt­wei­ten Bemü­hun­gen an”. Seit 2005 lau­tet das Dach-Motto unver­än­dert “Stop Aids. Keep the Pro­mise”, in Deutsch­land “Gemein­sam gegen Aids. Wir über­neh­men Ver­ant­wor­tung — für uns selbst und andere”.

Aktio­nen in den ein­zel­nen Ländern

Das Motto und die durch­zu­füh­ren­den Aktio­nen sind zwar unter der Aegide der WAC welt­weit ver­netzt, wer­den aller­dings in den ein­zel­nen Län­dern unter­schied­lich inter­pre­tiert und mit Inhalt gefüllt. In Ame­rika hält seit 1995 der Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten eine öffent­li­che Anspra­che am Welt-AIDS-Tag, der Nord­ein­gang des Wei­ßen Hau­ses wird mit einer rie­si­gen roten AIDS-Schleife geschmückt, auch das Zen­tral­ge­bäude der Euro­päi­schen Kom­mis­sion in Brüs­sel bringt mit einer sol­chen Schleife Soli­da­ri­tät zum Aus­druck. Län­der wie Argen­ti­nien wäh­len die spek­ta­ku­läre Aktion und ver­hül­len öffent­li­che Gebäude mit Riesen-Kondomen. In Groß­bri­tan­nien, wo auch die Uni­ver­si­tä­ten stark enga­giert sind, setzt man auf Auf­klä­rung, Zah­len und Fak­ten und lässt Erkrankte im Inter­net ihre Geschichte erzäh­len. In Süd­afrika, wo fast 60 Pro­zent aller Kin­der unter 5 Jah­ren einer AIDS-Erkrankung erlie­gen, nutzt die Regie­rung den Welt-AIDS-Tag als Signal für mas­sive Auf­klä­rungs­kam­pa­gnen. In Deutsch­land ist das Modell des “Bot­schaf­ters” popu­lär: Pro­mis oder unbe­kannte Bür­ger wer­ben mit ihrem Gesicht und ihrem Namen für den Welt-AIDS-Tag. Koor­di­niert wer­den die Aktio­nen in Deutsch­land von der Bun­des­zen­trale für gesund­heit­li­che Auf­klä­rung, der Deut­schen AIDS-Hilfe e. V. und der Deut­schen AIDS-Stiftung.

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